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Therapiekonzept der Integrativen Lerntherapie

Die Integrative Lerntherapie bei den LernLöwen folgt einigen Grundsätzen, die ich im Folgenden näher erläutern möchte.

Ich arbeite ganzheitlich:

Die Entwicklung unserer Kinder findet in verschiedenen Bereichen statt bis zum Schulbeginn und natürlich darüber hinaus. Der auditive Kanal (das Hören betreffend), der visuelle Kanal (das Sehen betreffend), die Motorik (Grob- und Feinmotorik), Sprache und Psyche sind die Kernbereiche dieser Entwicklung. Hierbei hat jedes Kind unterschiedliche Geschwindigkeiten, Talente und Voraussetzungen.​

In den täglichen Lernsituationen greifen die genannten Bereiche ineinander, wir können keinen davon isoliert betrachten. In der Therapie versuche ich, diese Entwicklungsbereiche  zu verknüpfen auf unserem Weg zum nächsten gelernten Buchstaben/ der nächsten Rechtschreibregel/ dem Verstehen des Rechenwegs. 

Ein Beispiel: Wenn ein Kind Schwierigkeiten hat, die Laute P und B auditiv zu unterscheiden, können wir lautunterstützende Bewegungen hinzunehmen. Wir würden uns das Wort also nicht nur deutlich selbst vorsprechen, sondern die verwendeten Laute durch eine Bewegung spürbar unterscheiden.

Ich arbeite systemisch:

Die Schritte des kindlichen Lernens werden von vielen weiteren Personen außer dem Kind selbst wahrgenommen und beeinflusst. Eltern, Verwandte, Lehrer, Freunde und Mitschüler sind Teil des Systems oder Beziehungsgeflechts.

Systemisches Beziehungsdreieck

Ein wichtiger Bestandteil der integrativen Lerntherapie ist daher, mit den Eltern und der Schule bzw. anderen fachlich beteiligten Personen im Austausch zu sein. Wir können Ziele abstimmen, uns über den Umgang mit Krisen austauschen, Entlastung suchen und Ermutigung herbeiführen. Oft hilft der gemeinsame Blick "von außen" auf das eigene System, um die nächsten Schritte sichtbar werden zu lassen.

Ein Beispiel:​ Bei den Lese-Hausaufgaben gibt es regelmäßig Streit zwischen einem Elternteil und dem Kind. Vielleicht gibt es eine andere nahestehende Person im Umfeld des Kindes, die diesen Teilbereich übernehmen kann und mit dem Kind in angenehmer Atmosphäre das Lesen übt?

Ich arbeite ressourcenorientiert:

Jedes Kind hat Stärken und Kompetenzen, jeder kann etwas anderes gut. In der Anfangsphase unserer Arbeit wollen wir herausfinden, was die Ressourcen des Kindes sind und von diesem sicheren Boden aus unseren weiteren Weg beginnen. Es gilt also, die negative Spirale aus Frust und Ablehnung zu durchbrechen. Je besser und sicherer ich mich fühle in einer Lernsituation, umso leichter wird es mir fallen, neue Dinge zu behalten und zu speichern. 

Ein Beispiel: Ein Kind schreibt eine viele Seiten lange Geschichte zu einem vorgegebenen Thema, die viele Rechtschreibfehler enthält. Und doch: die Geschichte steckt voller Phantasie, dem Kind sind abwechslungsreiche Sätze eingefallen und es hat enormes Durchhaltevermögen bewiesen, solch einen langen Text zu schreiben. Wir ändern also den Blickwinkel und können dem Kind hierüber positive und stärkende Rückmeldung geben.